Diagnose- und Behandlungsverfahren Kernspintomografie (MRT)
Die Kernspintomografie ist eine diagnostische Technik zur bildlichen Darstellung der inneren Organe und Gewebe. Das Prinzip beruht auf der Verwendung von Magnetfeldern und Radiowellen. Das Gerät erzeugt während der Untersuchung sehr laute Klopfgeräusche. Die Untersuchung selbst ist völlig schmerzfrei.
Was ist eine Kernspintomografie?
Die Kernspintomografie, auch als Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) bezeichnet, ist eine diagnostische Technik zur bildlichen Darstellung der inneren Organe und Gewebe. Man kann mit ihr von allen Regionen des Körpers sogenannte Schnittbilder anfertigen und auf Veränderungen hin beurteilen.
Die Technik der Magnet-Resonanz-Tomografie wurde erst Mitte der 80er Jahre zur Anwendungsreife entwickelt. Das Prinzip der MRT beruht auf der Verwendung von Magnetfeldern und Radiowellen.
Wie funktioniert diese Technik ?
Die Patientin oder der Patient liegt in einem großen röhrenförmigen Magneten. Dort wird er einem pulsierenden Magnetfeld ausgesetzt, das 10.000- bis 30.000-mal stärker ist als das Magnetfeld der Erde. Die Elementarteilchen von Wasserstoffatomen im Körper zeigen normalerweise in verschiedene Richtungen, doch durch die starke Einwirkung des Magneten werden sie in die gleiche Richtung ausgerichtet.
Schaltet man die Magnetwellen wieder aus, springen die Atom-Elementarteilchen wieder in ihre ursprüngliche Position zurück. Dabei senden sie Energiesignale aus, die durch hochempfindliche Antennen (so genannte Scanner) des MRT-Gerätes aufgefangen und gemessen werden. Die Signale werden verstärkt und einem Hochleistungscomputer übermittelt, der sie zu Bildern verarbeitet.
Da der menschliche Körper zum größten Teil aus Wasser besteht, eignen sich die Wasserstoffatome besonders gut zur Messung. Wasserstoffatomarmes Gewebe (zum Beispiel Knochengewebe) wird nicht so deutlich dargestellt und erscheint dunkel, während sich Gewebe, das reich an Wasserstoff ist (zum Beispiel Fettgewebe), hell zeigt.
Welche Informationen liefert das Kernspintomogramm?
Das Kernspintomogramm liefert eine sehr genaue und differenzierte Darstellung sämtlicher Körpergewebe und Organe, vor allem nicht-knöcherner Strukturen. Dadurch kann man Veränderungen insbesondere der Weichteile im Körper erkennen, zum Beispiel Tumoren oder einen Bandscheibenvorfall.
Was ist der Unterschied zwischen Kernspintomografie und Computertomografie?
Der größte Unterschied zwischen der Kernspintomografie (MRT) und der Computertomografie (CT) besteht darin, dass bei einer MRT-Untersuchung die Patientin bzw. der Patient keiner Röntgenstrahlung ausgesetzt wird.
Die Genauigkeit der Bilder, die MRT und CT liefern, ist abhängig von den untersuchten Geweben. Der Vorteil der MRT liegt in der differenzierten Darstellung von Weichteilgewebe mit einer sehr hohen Auflösung. Die CT eignet sich wegen der Röntgenstrahlentechnik besonders für die Darstellung von festem Gewebe, etwa von Knochengewebe. Da beide Techniken weiterentwickelt werden, kommt es hierbei zu Überschneidungen.
Die Informationen beider Verfahren können im Computer für spezifische Fragestellungen verändert und berechnet werden.
Wie wird die Untersuchung durchgeführt?
Eine MRT-Untersuchung wird in der Regel ambulant, das heißt in einer Röntgenpraxis durchgeführt. Während der Untersuchung muss man absolut ruhig liegen, damit die Aufnahmen nicht gestört werden. Bei kleinen oder sehr unruhigen Kindern kann es deshalb nötig sein, ein leichtes Beruhigungs- oder Schlafmittel zu verabreichen.
Da man während der Untersuchung einem starken Magnetfeld ausgesetzt ist, muss man alle Schmuck- und Metallgegenstände ablegen. Genauso wichtig ist es, vor der Untersuchung zu erwähnen, ob man Metalle wie zum Beispiel ein künstliches Hüftgelenk, Schrauben in den Knochen, chirurgische Clips oder elektrische Geräte wie Hörapparate oder einen Herzschrittmacher im Körper hat. Neuere Metallimplantate sind heutzutage antimagnetisch und damit unproblematisch.
Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei. Das Gerät erzeugt während der Untersuchung sehr laute Klopfgeräusche. Deshalb bekommen die Patienten in der Regel einen Ohrenschutz.
Ist eine Kernspintomografie gefährlich?
Eine Kernspintomografie oder MRT ist ungefährlich. Schädliche Nebenwirkungen konnten bisher nicht nachgewiesen werden.
Da die Röhre relativ eng und während der Untersuchung laut ist, kann bei empfindlichen Personen ein Gefühl von Beklemmung auftreten. Beruhigende Medikamente können in diesem Fall hilfreich sein. Neu und damit noch selten sind Geräte mit offenen Röhren, die für Patientinnen und Patienten mit Platzangst geeignet sind.
Metallene oder magnetische Gegenstände können die Untersuchung stören oder die Gesundheit schädigen und sollten deshalb - sofern möglich - vorher abgelegt werden. Metallische Implantate wie zum Beispiel Herzschrittmacher können eine Kernspintomografie unmöglich machen.
Wenn es unumgänglich ist, kann eine Untersuchung bei Menschen mit bestimmten Herzschrittmachern im Beisein eines Kardiologen durchgeführt werden.
Impressum
Copyright: Sanvartis GmbH
Letzte Aktualisierung: Juni 2010
Durch: Dr. med. Hans-Georg Sparenborg (Facharzt für Innere Medizin)
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