Organspende geht uns alle an – Wie wichtig es ist, eine Entscheidung zu treffen

Jeder Mensch kann eines Tages plötzlich selbst auf eine Transplantation angewiesen sein oder über die Organspende eines Angehörigen entscheiden müssen.

Für rund 11.000 Menschen ist Transplantation die letzte Rettung

In Deutschland warten rund 11.000 Patienten auf ein Spenderorgan, weil ihre eigenen Organe aufgrund lebensbedrohlicher Krankheiten oder eines Unfalls nicht mehr richtig funktionieren. Für sie ist eine Transplantation häufig die letzte Rettung. Jeden Tag sterben jedoch im Durchschnitt drei von ihnen, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht.

Zu wenige Menschen besitzen einen Organspendeausweis

Deshalb sollte sich jeder zu Lebzeiten mit diesem Thema befassen und eine Entscheidung treffen. Damit der persönliche Wille im Akutfall auch umgesetzt wird, ist es allerdings wichtig, diesen schriftlich, am besten in einem Organspendeausweis, festzuhalten und seine Angehörigen darüber zu informieren. Genau das machen aber zu wenige. Zwar zeigen drei Viertel der Bevölkerung in Umfragen prinzipiell die Bereitschaft, sich nach ihrem Tod Organe oder Gewebe für eine Transplantation entnehmen zu lassen. Einen ausgefüllten Organspendeausweis besitzt jedoch nur ein Viertel.

Der Ausweis entlastet Angehörige im Ernstfall

Nur wer einen Organspendeausweis ausgefüllt oder seine Angehörigen über seinen Willen informiert hat, schützt sie davor, diese Entscheidung stellvertretend treffen zu müssen. Wenn man sich zu Lebzeiten nicht für oder gegen Organspende entschieden hat und am Hirntod verstirbt, dann müssen die Angehörigen über eine Organspende entscheiden. Gerade zu diesem schweren Zeitpunkt ist es für die meisten Menschen aber eine große Belastung, eine solche Entscheidung für den Verstorbenen zu treffen. Das ist sehr gut nachvollziehbar und sollte möglichst jedem erspart bleiben.

Die Statistik zeigt, auf welcher Basis Organe zur Transplantation freigegeben wurden oder einer Transplantation widersprochen wurde.

In über 50 Prozent der Fälle sind die Angehörigen bei der Entscheidung auf sich allein gestellt und müssen mit dem Zweifel leben, gegen den Willen des Angehörigen gehandelt zu haben. Organspende ist eine Entscheidung, die selbstbestimmt und aus dem Leben heraus getroffen werden sollte.

 

Textnachweis

  • Autor: almeda GmbH
  • Endredaktion und Qualitätssicherung: Barmer GEK: Dr. Ursula Bertels

Literatur

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Webcode dieser Seite: s000258 Autor: almeda GmbH Erstellt am: 13.06.2012 Letzte Aktualisierung am: 13.01.2016
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